Mittelalterliche Deutsche Grafschaften in Hessen
- Gelnhausen -

Man vermuted daß sich die kurzlebige Grafschaft von Gelnhausen durch die Erbschaft von den Konradiner entwickelt hatte. Nur eine einzige Urkunde wurde gefunden für den Kinziggau als pagus  (= Gau) unter einem Grafen, der Kinzig sei ein Nebenfluss des untern Main.

Dies war im Jahre 976 und es war der Graf  Heribert. Auch sein Vater, Herzog Konrad (I.) von Elsass, lebte zu diesem Zeitpunkt noch.. Als Konrads jüngster Sohn konnte Graf Heribert damals nicht älter als Zwanzig Jahre alt gewesen sein. Heribert erhielt wahrscheinlich eine kleine Grafschaft die hauptsächlich aus Gründen der Jurisdiktion über die Kinzig Senke bestand. Andererseits konnte er auch bereits verheitated sein und seine Frau brachte festgelegte Konradiner Rechte mit in die Ehe, da sie auch von der Abstammung väterlicher Seite von Herzog Konrad Onkel aufstieg.

Die Aussage ist in der Hinsicht sehr interessant da sie in chronologischen Möglichkeiten ausgedrückt ist, die noch verknotet im Licht der jungen Unbeständigkeiten Eberhardine Linie von den Konradinern auftaucht, aber es eigentlich nicht sehr wichtig ist. Das Konradiner, welche im Gebiet von Hessen die vorherrschte Macht hatten , könnten verschiedene Wege zum Konstruieren von Rechten gefunden haben. Ueberdies mehr konfus ist die Aussage daß sein Sohn, Otto Heriberts von Hammerstein, ziemlich das gesammte Wetterau pagus (= Gau)  verwaltete, vermutlich wurde der Kinziggau mit der  Wetterau zusammengefaßt

Eine Nebeneinanderstellung dieser frühen Beweise, betreffend der Grafen von Gelnhausen, bestätigt die Situation aber tut nichts dazu um die genauen Erbschafts Wege  unter dem Konradiner zu verfolgen. Wir können mit Otto von Schweinfurts Schwester Gerberge beginnen, die Mutter von Otto von Schweinfurt († 1057), Herzog von Schwaben. Otto von Schweinfurt hatte mehrere Töchter, einschließlich Alberada, welche Margrave Hermann von Banz († 1082) heiratete und danach seinen Bruder Frederick von Kastl.

Das "
Fundatio monasterii Banzensis", eine große legendäre Quelle, beschreibt Alberada als die Gründerin des Monastery von Selbold an der Kinzig  und Selbold wurde das Haus Monastery der Grafen deren Schloß gegen den Strom bei Gelnhausen lagen. Dafür liegen klare Beweise vor, von einer  Hessischen Grafschaft, die direkt nach der Aussterbung der Hammerstein Familie in 1036, um dann ähnlichem Beweise für die Grafen von Gleiberg und Grafen von Wied einzusetzen.

Eine andere Tradition behaupted daß Graf Thietmar (fl. 1108-9) von Selbold nach dem Tod seiner Frau Adelheid gegründet hat. Der Name Adelheid konnte leicht weitergegeben werden über die Grafen von Kastl. Außerdem wird der Besitz von Adelheid, in der Region von Saalfeld, gegen diesen Hintergrund erklärt. In aller Wahrscheinlichkeit enthalten beide Traditionen Elemente der Wahrheit, Adelheid sollte Alberadas Tochter sein.

Auch unter den Spendern "fundatores primaevi" von Selbold wurde eine Gräfin Gisela, zwischen 1108 und 1148, erwähnt. Es gibt wenige Zweifel ihrer Identität daß Gisela in einer ersten Ehe die Mutter des Grafen Dietrich von Gelnhausen und Ekbert von Tecklenburg war, und in einer zweiten Ehe die Mutter von Agnes von Saarbrücken, zweite Frau des Staufer Herzogs Frederick II von Schwaben. Der Name Gisela wurde nach der Schwester Alberadas benannt.

Patronat von Selbold kam schließlich zu den Staufer, zwar nicht direkt über Agnes, welche aber nicht Frederick Barbarossas Mutter war, und so konnte nur die Übertragung in eine moralische Richtung gefördert werden. Das erste Staufer, der ohne Zweifel Interesse an  Selbold zu zeigen schien war auf jeden Fall König Konrad III, 1148. Konradiner Rechte flossen in durchaus eine Vielzahl von verschiedenen Wegen zu den Staufer, vor allem durch die Salier, aber auch durch die Erben der Welfen besonders durch Otto von Hammerstein.

Die Übertragung der Notwendigkeit von Patronaten haben aber keine Auswirkung auf Meinungen und Wege von festgelegter Gerichtsbarkeit. Auch wurden Dokumente von 1151 über Graf Ekbert von Gelnhausen entdeckt, betreffend die Dynastie ist in Vergessenheit geraten und das Schloß fällt an die Staufer zurück. Andererseits Graf Ekbert von Tecklenburg (fl. 1127-44) in der Lage eine festgelegtel Dynastie an den Grenzen von Frisien zu finden, anscheinend durch seine Frau und an der Teilnahme der Zutphen Erbschaft .

Die Dynastie selbst konnte sich möglicherweise den Burgrafen von Speyer angeschlossen haben, die einzige andere Fränkische Familie die auf den Namen Ekbert regelmäßig hinweist. Von Burgraf Henry fand man Dokumente vom Jahre 1102-3 und auch ein Egino puer (=Kind/Knabe) wurden als Erbe und Befürworter der Kathedrale von Speyer, 1114, genannt. Spätere Burgrafen schienen vom Stamm Henrys Bruder abzustammen und regierten zusätzlich die Speyergau Grafschaft neben der Verwaltung der Kathedrale. Für ihren Teil müssen die Brüder Dietrich und Ekbert, die späteren Grafen von Gelnhausen und von Tecklenburg, mussten ihren Vater sehr jung verloren haben und ihre Mutter  wieder geheirated hat und weitere Kinder zur Welt brachte. Möglicherweise war Burgraf Henry ihr Vater, sie verloren diese Grafschaft, aber gewannen die Grafschaft an der Kinzig.

Graf Thietmar, ableitbar von Vater und deren Mutter Gisela, wird beschrieben als
"nobili principum oriundus prosapia" (nobile=adelig / principium=Anfang / oriundus=abstammend / prosapia=Sippschaft). Ein Thietmar (Thiemo) wird 1101-7 dokumentiert  als Graf im Nord-Osten des Hessengau und als Befürworter von St. Florin Koblenz. Er wird geglaubt dass er identifizierbar ist als ein jüngerer Bruder von Erp von Padberg, Graf  im Ittergau, Nord Hessen. Sein Nachfolger im Rechtwesen von St. Florin, dokumentiert 1110, war der Hessen Graf Giso IV. Es scheint, daß  Thietmars Familie ursprünglich beides, Gerichtbarkeit und Zustaendigkeit ueber Hessen, von den Gisos empfing, vermutlich nach der Ermordung von Giso III im Jahre 1073.


Die Grafen von Gelnhausen besassen ohne Zweifel ein Schild (Wappen),
aber sein Entwurf ist wahrscheinlich verschwunden und damit von der
Geschichte für immer ausgeloescht. Gelnhausen selbst entwickele sich in
eine Stadt durch die
Staufer, diese ein palatium (Palatium=Palast) dort
errichteten. Spaeter basierten das Stadt-Wappen von Gelnhausen auf
den imperialen
Adler, welchen im Jahre 1248 bekannt wurde.

Wobei das Stadt-Wappen von Langenselbold, 1543 , Religioese
Bestandteil vom Prämonstratenserkloster (Kreuz auf oder auf Gebiet von azur)
zu verzeichenen hat. Jedoch ist nicht erwiesen daß das Design
mit den Grafen von Gelnhausen in verbindet steht.
Keine Linie von Erben der Familie ist bekannt, und deshalb verschindet
die Grafschaft einfach.

Seine erste urkundliche Erwähnung erfuhr Langenselbold im Jahre 1108, als Graf Dietmar von Selbold-Gelnhausen ein Prämonstratenserkloster gründete. Nach dem Aussterben dieses Grafengeschlechts, schon um die Mitte des 12. Jahrhunderts, fiel Selbold an das Reich zurück, von welchem es die Grafen zu Lehen erhalten hatten. In den folgenden Jahrhunderten wurde Selbold mehrmals verpfändet. Teile gelangten beispielsweise an die Herren von Breuberg, das Mainzer Erzbistum und die Grafen von Isenburg, denen es im Jahre 1462 endlich gelang, ganz Selbold zu erwerben. Im Besitz dieser Familie sollte Langenselbold bis zum Jahre 1816 bleiben. Dann fiel es an Kurhessen.

Das Prämonstratenserkloster bestand bis zum Jahre 1543 und wurde ebenfalls von den Isenburgern erworben, die an seiner Stelle im Jahre 1727 das heute der Stadt Langenselbold gehörige Schloss errichteten. Baumeister des Schlosses und der benachbarten evangelischen Kirche war Christian Hermann.



Gelnhausen - English


One imagines that the short-lived county of Gelnhausen developed as an inheritance from the Konradiner. A single attestation exists for the Kinziggau as pagus under a count, the Kinzig being a tributary of the lower Main.

The year was 976, and the count was Heribert, whose father, Duke Konrad (I) of Alsace, still lived. As the youngest of Konrad's sons - he cannot have been much more than twenty at this time -
Heribert might have received a small county consisting mainly of jurisdiction over the Kinzig valley. Conversely, he may already have been married, and his wife was capable of bringing Konradiner comital rights to him, since she descended from Duke Konrad (I)'s paternal uncle. The issue is interesting in terms of the chronological possibilities that might be untangled in light of the vicissitudes of the junior Eberhardine line of the Konradiner, but it is hardly important.

The Konradiner, who still predominated in the Hessian region, could have found various ways of constructing rights. Moreover, the issue is confused to the extent that Heribert's son Otto of Hammerstein eventually held the Wetterau pagus fairly entire: presumably Kinziggau was subsumed in Wetterau.

A juxtaposition of early evidence regarding the counts of Gelnhausen confirms this situation but does nothing to aid in tracing exact paths of inheritance among the Konradiner. We can begin with Otto of Hammerstein's sister Gerberge, mother of Otto of Schweinfurt († 1057), duke of Swabia. Otto of Schweinfurt left several daughters, including Alberada, who married Margrave Hermann of Banz († 1082) and subsequently his brother Frederick of Kastl. The Fundatio monasterii Banzensis, a largely legendary source, ascribes to Alberada the founding of the monastery of Selbold on the Kinzig, and Selbold became the house monastery of the counts whose castle lay upstream at Gelnhausen.
Thus we have clear evidence of a Hessian county passing lineally from the Hammerstein family after its extinction in 1036, to place alongside similar evidence for the counts of Gleiberg and Wied.

Another tradition maintains that Count Thietmar (fl. 1108-9) founded Selbold after the death of his wife Adelheid. The name Adelheid can easily pass via the counts of Kastl. Moreover, possessions of Adelheid in the region of Saalfeld are readily explained against that background. In all likelihood, both traditions contain elements of truth: Adelheid should be Alberada's daughter.

Also mentioned among the fundatores primaevi of Selbold was a Countess Gisela donating sometime between 1108 and 1148. There is little doubt of her identity as a Gisela who in a first marriage was the mother of Counts Dietrich of Gelnhausen and Ekbert of Tecklenburg, and in a second marriage mother of Agnes of Saarbrücken, second wife of the Staufer duke Frederick II of Swabia. The name Gisela derives from Alberada's sister.

Patronage of Selbold eventually arrived to the Staufer, though not lineally via Agnes, who was not Frederick Barbarossa's mother and so can only have fostered the transfer in a moral sense.The first Staufer to show interest in Selbold was in any event King Konrad III in 1148. Konradiner rights flowed to the Staufer in quite a variety of ways, above all through the Salians, but also through the Welfs in descent from Otto of Hammerstein's family. The transfer of patronage need have no impact on our opinions about paths of comital jurisdication. Count Ekbert of Gelnhausen documents in 1151, the dynasty recedes into oblivion, and the castle falls to the Staufer. Conversely, Count Ekbert of Tecklenburg (fl. 1127-44) was able to found a comital dynasty on the borders of Frisia, ostensibly through his wife's participation in the Zutphen inheritance.

The dynasty itself might attach to the burgraves of Speyer, perhaps the only other Frankish family to draw on the name Ekbert regularly. Burgrave Henry documents in 1102-3, and an Egino puer was regarded as heir of the cathedral advocay of Speyer in 1114. Later burgraves appear to stem from Henry's brother and to hold the Speyergau county in addition to the burgravate and cathedral advocacy. For their part the brothers Dietrich and Ekbert, the later counts of Gelnhausen and Tecklenburg, must have had their father die young, since their mother remarried and produced further children. Conceivably Burgrave Henry was their father: they lost the burgravate, but gained the county on the Kinzig.

Count Thietmar, inferable father of their mother Gisela, is described as nobili principum oriundus prosapia. A Thietmar (Thiemo) documents as count in northeast Hessengau in 1101-7 and as advocate of St. Florin Koblenz. He is believed to be identifiable as a younger brother of Erp of Padberg, count in Ittergau north of Hessen. His successor in the St. Florin advocacy, documented in 1110, was the Hessian count Giso IV: it appears that Thietmar's family originally received both advocacy and Hessian jurisdiction from the Gisos, probably after the assassination of Giso III in 1073.

The counts of Gelnhausen undoubtedly possessed a shield, but its design may have disappeared entirely from history. Gelnhausen itself was developed into a city by the Staufer, who built a palatium there. The civic arms of Gelnhausen were later based on the imperial eagle. Civic arms for Langenselbold are thought to preserve a component from the Premonstratensian religious house secularized in 1543, but there is no clear suggestion that the design (cross in or on field of azur) associates with the counts of Gelnhausen. No path of descent from the comital family is known, and the county simply disappears.

found at:
http://www.personal.psu.edu/users/d/c/dcj121/prosop/counts/countyA/cts02_fr.htm



Sources - Quellen:
-Fundatio monasterii Banzensis (MGH, Scriptores, XV/2).
-MGH, Diplomata.

Literature - Literatur:
-Bauermann, J. "Die Abkunft der ersten Grafen von Tecklenburg." Jahresbericht des Historischen
  Vereins für die Grafschaft Ravensberg 68 (1972) 9-42.
- Bechtold, A. "Apud castrum Geylnhusen novam villam fundantes: Stadtwerdung und Stadtfürderung
   von Gelnhausen." HJLG 46 (1996) 31-77.
- Decker, K.-P. "Die Gelnhäuser Schenkung Gotberts an Kloster Meerholz im Jahre 1190." HJLG 47
    (1997) 19-34.
- Demandt, Geschichte.
- Doll, A. "Vögte und Vogtei im Hochstift Speyer im Hochmittelalter." ZGO 117 (1969) 245-73.
- Ehlers, J. "Zur Datierung der Pfalz Gelnhausen." HJLG 18 (1968) 94-130.
- Jackman, Konradiner.
- Kropat, W.-A. Reich, Adel und Kirche in der Wetterau von der Karolinger - bis zur Stauferzeit.
   Schriften des Hessischen Landesamts für geschichtliche Landeskunde 28. Marburg, 1965.
- Lennarz, U. Die Territorialgeschichte des hessischen Hinterlandes. Untersuchungen und Materialien
   zur Verfassungs- und Landesgeschichte 1. Marburg, 1973.
- Metz, W. "Zur Herkunft und Verwandtschaft Bischof Burchards I. von Worms." HJLG 26 (1976)
   27-42.
- Tyroller, "Genealogie."





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