Eine Sage: Der Merowinger Frankenkönig Chlothar I. (500-561) machte mit seiner 8. Ehefrau Radegundis seine Hochzeitreise durch den Spessart und stoppte am Herrnhaag bei Buedingen. Er kam die Reffenstrasse (Hohe Strasse) herunter, welche Mainz, Frankfurt, Hanau, Buedingen und Fulda, verband. Die Hohe Strasse, ist eine Jahrtausende alte Fernverbindung aus dem Rhein-Main-Gebiet nach Thüringen-Sachsen, verläuft durch Mainz, Frankfurt, Marköbel und zieht östlich von Langen-Bergheim, Ronneburg und Buedingen als Reffenstrasse und später als Antsanvia durch den Vogelsberg weiter. Bereits die Römer nutzten die Strasse für den Transport der jenseits des Limes in Büdingen gebrochenen Sandsteine für den Bau des Kastells. Um das Jahr 900 sollen Händler aus Kiew auf dieser Strasse nach Frankfurt gereist sein. Die Hohe Strasse diente als Händler- und Truppenstrasse bis zum Ausbau der Kinzigtalstrasse Mitte des 18. Jahrhunderts. ----------------------------------------------------------------------------------------------------------- Um 700 Beginn des Kirchenbaus St. Remigius in Büdingen-Großendorf, Hölzerne Eigenkirche eines fränkischen Grundherrn 847 Vorkommen eines Ortsnamens "Büdingen" (?) in der Bischofschronik von Worms Um 1050 Umbau und Aufstockung der Kirche St. Remigius in salischer Zeit zur heutigen Gestalt (jahresringchronologisch datiert) 1131 Die Herren von Büdingen - Gerlach und Ortwin - werden erstmals urkundlich erwähnt, davon wird der Ortsname "Büdingen" abgeleitet nach 1170 Die Herren von Büdingen werden Burggrafen von Gelnhausen 1200 Unter Hartmann von Büdingen wird die romanische Wasserburg vollendet 1207 Urkundliche Erstnennung der "bona in Butingin" (d.h. Tausch einiger "Güter" in Büdingen) 1219 Erste urkundliche Erwähnung der Burg Büdingen 1240 Gerlach II., Herr von Büdingen, wird zuletzt 1240 genannt und in einer Urkunde von 1247 als verstorben erwähnt. Mit ihm stirbt das edelfreie Geschlecht der Herren von Büdingen im Mannesstamm aus. Erben sind die Herren von Hohenlohe-Brauneck, von Ysenburg-Kempenich, von Trimberg, von Hohenlohe und von Ysenburg 1241 Die rheinischen Erzbischöfe unternehmen einen Zerstörungszug in die staufische Wetterau, auf dem Burg Büdingen erste Zerstörung erleidet 1258 Ludwig von Ysenburg ist Miterbe der Herren von Büdingen 1259 Erste Erwähnung von Gerichtshoheit in Büdingen ("noster iurisdictio") 1287 Vorzeitige Landteilung unter die Söhne Heinrichs von Ysenburg. Das Wort "oppida" steht für die Gesamtheit der in der Urkunde genannten Orte, ausschließlich der Burg Büdingen, die Teil der Alt-Büdinger Erbschaft war 1290 Die Mark Büdingen wird in einem Streit zwischen den Herren von Ysenburg und den Herren von Breuberg erwähnt 1317-27 Büdingen wird als "villa", als "Stadt", als "oppidum" urkundlich erwähnt 1323 Burg und Gericht Büdingen sind im Alleinsitz der Ysenburger, nach Aussterben der Herren von Breuberg als Miterben 1330 Kaiser Ludwig der Bayer verleiht Luther von Ysenburg, Herrn von Büdingen, für seine Stadt das Marktrecht und das Recht, in seinem Gebiet "zwölf Schutzjuden zu halten" (die Luther vor Gefahr und Schaden zu schützen hat) 1344 Erwähnung der Kapelle in der Burg Büdingen 1353 Heinrich II., Herr von Büdingen, begnadet seine Stadt mit dem großen "Freiheitsbrief", einer Art erster Staatsverfassung. Der Bau der ersten Mauer um die "Altstadt" wird beendet. In der Stadt organisieren sich die "Schützen", die Vorläufer der heutigen "Schützengesellschaft" 1366 Der Orden der Wilhelmiten verkauft sein Haus und seine Kapelle in der Stadt Büdingen an Heinrich von Ysenburg 1377 Die (hölzerne) Marienkapelle in der Stadt wird in Stein aufgemauert um 1380 Das "Waldweistum" über den Büdinger Reichswald wird aufgeschrieben, d.h. Aufzeichnung der entsprechenden Rechtsgewohnheiten und Rechtsbelehrungen 1390 Die "Neustadt" erhält durch Johann I. von Ysenburg, Herrn von Büdingen, dieselben Rechte und Freiheiten wie die "Altstadt". Die "Neustadt" wird ummauert 1400 oder später. Das "Uralte Rathaus von 1400" wird als Verwaltungssitz (?) erwähnt. Weitere Quellen nennen 1454 - als erste urkundliche Erwähnung - und das 2. Drittel des 15. Jahrhunderts als Baubeginn 1423 Diether von Ysenburg, Herr von Büdingen, gewährt den Bürgern seiner Stadt in einem "Häckerbrief" das Recht des Weinschanks ihres eigenen Gewächses vom Herbst an, "so die Weingähren", bis Fastnacht 1428 Diether von Ysenburg, Herr von Büdingen, setzt die Bürger von Büdingen in den Genuss von Ungeld, Zoll und Wegegeld gegen Zahlung einer Pauschalsumme von 60 Gulden 1442 Die Herrschaft Büdingen wird zu einer Grafschaft und die Herren von Ysenburg zu Reichsgrafen erhoben 1458 Die Bürger der Stadt Büdingen errichten das "Rathaus". In dessen Erdgeschoss befinden sich die Markt- und Kaufhalle, darüber der Fest- und Speisesaal sowie die Amtsstube 1459 Graf Diether von Ysenburg, der Bruder Graf Ludwig II., wird zum Erzbischof von Mainz gewählt und ist damit Erzkanzler des "Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation" Calbach wurde erstmals urkundlich erwähnt und der Ort ist seit altersher reine Landwirtschaftsgemeinde.Calbach entstand aus ursprünglich drei adligen Höfen, die später aufgeteilt wurden. 1461-1511 Graf Ludwig II. zu Ysenburg und Büdingen arrondiert seine Grafschaft und läßt Büdingen zur Residenz und Festungsstadt ausbauen 1476-91 Graf Ludwig II. und seine Gemahlin Maria lassen an der Stelle der Marienkapelle die Liebfrauenkirche errichten 1477 Graf Diether von Ysenburg, der Bruder Graf Ludwig II., gründet als Erzbischof die Mainzer Universität 1480-1510 Graf Ludwig II. läßt einen mächtigen Mauergürtel vor die ältere Stadtmauer von 1390 legen und mit 22 Türmen und Halbschalen bestücken. Es entsteht die "Festungsstadt Büdingen" 1485 Graf Ludwig II. erläßt eine Feuerordnung und veranlaßt damit die Massivbauweise der Erdgeschosse 1494 Fertigstellung der Mühltorbrücke 1495 Kaiser Maximilian verleiht dem "Edlen Ludwig von Ysenburg, Grafen zu Büdingen", das Recht, die Missetäter im Bereich der Gerichte Büdingen, Gründau, Selbold und Wolferborn, die er vom Reich als Lehen hat, allein durch die Schöffen zu Büdingen in ihrer gewöhnlichen Ratsstube verurteilen zu lassen. Es entsteht eine zentrale Gerichtsbarkeit in der Stadt Büdingen Das "Rathaus" wird ausgebaut und sein Staffelgiebel (aus Stein) errichtet Das Taufsakrament, das alte Vorrecht der Mutterkirche, wird aus der Remigiuskirche in die Stadtkirche übertragen. Die Remigiuskirche büßt endgültig ihre Bedeutung ein und wird im Laufe der Zeit zur Friedhofskapelle 1498 Bau des "Stadtborns" vor dem Rathaus Für Quereinsteiger öffnet sich hier die Menüleiste © 2001 - 2003 Johann Loos & Angelika Loos all rights reserved |